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Gymnasium • St. Klemens • DMS
Titelbild
Romreise 1999
16. Oktober 1999 – 23. Oktober 1999



Sonntag, 17. Oktober 1999

Spaziergang über den Gianicolo zur Engelsburg

Vom Gianicolo ("Janushügel") herab genießen wir die vielleicht reizvollsten Aussichten über die Stadt und gewinnen einen ersten Eindruck von der Anlage Roms.


Tempietto

San Pietro in Montorio

Die Kirche verdankt ihre Entstehung wahrscheinlich der fälschlichen Überlieferung, dass Petrus an dieser Stelle gekreuzigt worden sei. Die jetzige Kirche stammt vom Ende des 15. Jh.s. Sehenswert sind vor allem die Fresken, darunter eine "Geißelung Christi" von Sebastiano del Piombo (1518) nach dem Vorbild von Michelangelo.

Der Innenhof des angebauten Franziskanerklosters beherbergt außerdem das berühmte "Tempelchen" (Tempietto) des Bramante (1502), das die Umsetzung antiker Architektur in der Renaissance offenbart. Nach dem Vorbild der antiken Rundtempel erheben sich auf einem runden Sockel 16 Granitsäulen.


Faro

Der weiße Leuchtturm, den argentinische Italiener der Stadt geschenkt haben, sendet abends Lichtsignale in den Nationalfarben über das vollständigste Panorama Roms.


Petersplatz

Kolonnaden Der Petersplatz, das architektonische Hauptwerk Gian Lorenzo Berninis, ist ein ovaler (340 m × 240 m) sakraler Platz, der allein auf die Kirche ausgerichtet ist. Die umgebenden Kolonnaden werden von 284 Säulen getragen und mit 140 Heiligenstatuen bekrönt. Der Obelisk im Zentrum stammt aus Heliopolis (Ägypten) und kam zuerst in den Circus des Nero.

An Weihnachten und Ostern versammeln sich hier die Gläubigen zum päpstlichen "urbi et orbi", dem Segen "für die Stadt und den Erdkreis".


Hausoleum des Hadrian

Mausoleum des Hadrian (Engelsburg)

Die als Grabmal für Kaiser Hadrian 135–139 n. Chr. erbaute Engelsburg ist rund und hat einen Durchmesser von 64 m. Die Seitenlänge des quadratischen Sockels beträgt 89 m.

Nach Hadrian wurden viele weitere Kaiser in diesem Grabmonument bestattet. Seit dem 10. Jh. diente die Burg als päpstliches Gefängnis und vor allem als Fluchtburg für die Päpste. Sie wurde später weiter zur Festung ausgebaut und durch einen Gang über der Stadtmauer mit dem Vatikan verbunden.

Heute beherbergt die Engelsburg ein Militärmuseum.


Montag, 18. Oktober 1999

Forum Romanum

Die sumpfige Senke zwischen den schon früh bewohnten Hügeln wurde zum Zentrum, als sich die Bevölkerungsteile der einzelnen Hügel in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. vereinigten.

Forum Romanum Durch den Bau der Cloaca Maxima entwässert, wurde sie zum geschäftigen Marktplatz und zum politischen und religiösen Zentrum. Während der Ausdehnung des römischen Reiches verlor das Forum Romanum immer mehr seinen Marktcharakter und wurde zum repräsentativen Zentrum einer Hauptstadt. Durch Neu- und Umbauten passte es sich auch den Veränderungen in der Politik an.

Nach dem 6. Jh. n. Chr. wurde das Forum immer mehr zum Steinbruch und bekam den Namen Campo Vaccino ("Kuhweide"). Erst im 19. Jh. begann man mit der systematischen Erforschung und Freilegung des Forums, das heute ein nicht leicht entwirrbares Trümmerfeld mit eigenem Charme darstellt.

Stellvertretend für unzählige andere Überreste sollen zwei Gebäude etwas genauer beschrieben werden:

Tempel der Vesta Rundtempel der Vesta
Vielleicht als erster Tempel auf dem Forum schon bald nach 750 v. Chr. erbaut, dann mehrfach erneuert, zuletzt 191 n. Chr. von Septimius Severus. Von den ehemals zwölf korinthischen Säulen, die den Ringtempel umgeben haben, stehen heute nur noch drei. Sie lassen aber die ursprüngliche Form des Gebäudes deutlich erkennen.

Haus der Vestalinnen
Nach einem Brand im Jahr 64 n. Chr. von Nero neu errichtet. Haus der VestalinnenUm einen Atriumhof mit Ehrenstatuen von Vestalinnen gruppieren sich wie in Wohnhäusern republikanischer Zeit die Wohn-, Schlaf-, Bade- und Küchenräume der Priesterinnen, die ihr Haus nur zu den zeremoniellen Anlässen verlassen durften.
Die Vestapriesterinnen (erst vier, später sechs) hüteten das heilige Feuer, das Zentrum jedes Hauses und des Staates. Sie verpflichteten sich bei ihrem Eintritt, mindestens dreißig Jahre lang ihren Dienst als Jungfrauen zu versehen. Beim Bruch dieses Versprechens drohte ihnen ein Begräbnis bei lebendigem Leib. Dafür aber war ihre Stellung einflussreich und ihr Rat auch in der Politik oft gefragt.
Die Mutter von Romulus und Remus war – nach der Sage – Vestalin gewesen.


Colosseum (Amphitheatrum Flavium)

72 n. Chr. von Kaiser Vespasian auf den Gartenanlagen des Nero begonnen, von Titus um ein 4. Geschoss erhöht und 80 n. Chr. mit 100-tägigen Spielen eingeweiht. Colosseum
Technische Daten
Länge außen 187 m
Breite außen 155 m
Höhe 48 m
Länge Arena 87 m
Breite Arena 55 m
Sitzplätze ca. 50 000
Bilanz des Jahres 107 n. Chr.
tote Gladiatoren ca. 10 000
tote Tiere ca. 10 000
Im Amphitheater fanden Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und Seeschlachten statt.


Auf dem ersten Geschoss lagen die Tribünen des Kaisers und der Senatoren, das zweite nahmen die Patrizier ein, das dritte das Volk. Das oberste war für die Matrosen reserviert, die bei Regen oder zu großer Hitze über das Theater ein Zeltdach zu spannen hatten.

1349 wurde das Colosseum durch ein Erdbeben stark beschädigt, in der Folge missbrauchte man es als Steinbruch für den Bau neuer Gebäude (Palazzo Venezia, Cancelleria, Palazzo Farnese).

Vor der völligen Zerstörung wurde es dadurch gerettet, dass man es im 18. Jh. zur Märtyrergedenkstätte erklärte.


Moses

S. Pietro in Vincoli

Nach der Überlieferung ließ die Kaiserin Eudoxia die Basilika 455 errichten, um hier die Ketten des hl. Petrus aufzubewahren. Im 15. und 18. Jh. wurde die Kirche umgestaltet.

Berühmt ist sie vor allem wegen der Mosesstatue Michelangelos. Vorgesehen war die Statue für ein großangelegtes Grabmal für Papst Julius II. (1503–13), das aber aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen ist.

Neben dem reifen, mächtigen Moses stehen in den Seitennischen rechts Lea, die Vertreterin des tätigen (vita activa), links Rachel, die Vertreterin des beschaulichen Lebens (vita contemplativa).

Die Hörner des Moses stammen aus einer falschen Bibelübersetzung, in der die Strahlen, die nach der zweiten Begegnung mit Gott von seinem Kopf ausgegangen sind, mit "Hörner" übersetzt worden sind.


S. Maria in Cosmedin

S. Maria in Cosmedin Bocca della veritàIm 6. Jh. erbaut, im 8. Jh. erweitert. Im 12. Jh. wurde der siebengeschossige Glockenturm errichtet.

Zwei wichtige Elemente mittelalterlicher Architektur treten hier zum ersten Mal auf: der dreiapsidiale Chorschluss und die Hallenkrypta.

Im Vorhof steht die "bocca della verità", angeblich ein "Instrument" für mittelalterliche Gottesurteile (Lügnern wird die in den Mund gesteckte Hand abgebissen - ausprobieren!).


S. Clemente

S. Clemente Die Oberkirche wurde 1084 errichtet und im 18. Jh. überarbeitet. Bemerkenswert sind der Fußboden in Cosmatenarbeit und das Apsismosaik, bei dem die Steinchen verschieden tief gesetzt sind, so dass ein besonderer Lichteffekt erzeugt wird.

Die Unterkirche ist eine dreischiffige Säulenbasilika aus dem 4. Jh. Sie bietet einen Überblick über die romanische Freskenmalerei aus verschiedenen Jahrhunderten. In ihr fanden im 5. Jh. Konzilien statt.

Die Ausgrabungen unter der Unterkirche zeigen die Anlage eines römischen Wohnhauses mit Mithrasheiligtum, einem tonnengewölbten Raum. Auf dem Altar in der Mitte des Raumes tötet der Gott einen Stier.


Dienstag, 19. Oktober 1999

Thermen des Diocletian

Thermen des Diocletian (S. Maria degli Angeli)

In der Kaiserzeit waren die Thermen populäre, Gesundheit und Bildung fördernde, allgemein benutzte Einrichtungen, in denen der drei klassischen Freuden balnea, vina, Venus gehuldigt wurde.

Die Thermen des Diocletian bedeckten ein ganzes Stadtviertel, das heute von der Piazza dei Cinquecento (heute zentraler Bushof für das Umland Roms), der Piazza della Repubblica, der Via XX Settembre und der Via Volturno eingefasst wird. Diese Thermen haben wenigstens zu einem kleinen Teil in der Gestalt einer christlichen Kirche überlebt, die von Michelangelo im ehemaligen Hauptraum der Thermen eingerichtet worden ist. So gibt der Innenraum von S. Maria degli Angeli bis heute einen Eindruck von der monumentalen Größe der Anlage.


Kapitolsplatz

KapitolsplatzLupa Capitolina Über die von Michelangelo entworfene Haupttreppe steigt man zum Platz hinauf. Er ist heute von drei öffentlichen Gebäuden umgeben: dem Senatorenpalast in der Mitte, dem Konservatorenpalast rechts und dem Palazzo Nuovo links. In den beiden letztgenannten Palazzi sind die Kapitolinischen Museen untergebracht. Zu sehen sind dort berühmte Skulpturen wie "der sterbende Gallier", "der Dornauszieher" und natürlich das Original der "Lupa Capitolina", der Wölfin, die nach der Sage die Zwillinge Romulus und Remus aufgezogen hat.


Monumente Vittorio Emanule II.

Monumento Vittorio Emanuele II.

Auf einer künstlichen Verlängerung des kapitolinischen Hügels, 1885 begonnen und 1911 eingeweiht. Der blendend weiße Kalkstein aus der Gegend von Brescia harmoniert nur wenig mit dem sonst in Rom vorherrschenden, bräunlich getönten Travertin. Die übersteigerte Monumentalität ist zwar eindrücklich, fügt sich aber schlecht in die Umgebung ein. Immerhin bildet das Monument einen wichtigen Orientierungspunkt im römischen Stadtbild, das "Nationalgebiss" oder die "Schreibmaschine", wie es im Volksmund ebenso respektlos wie treffend genannt wird.


Domus Aurea

Domus aurea "Die größten Summen jedoch verschlang Neros Bauwut. Er verlängerte den Kaiserpalast vom Palatin bis zum Esquilin... Als Nero dieses Prachtgebäude einweihte, sagte er, um seine Zufriedenheit auszudrücken, bloß: Jetzt fange ich doch endlich an, wie ein Mensch zu wohnen." So äußert sich der römische Schriftsteller Sueton in seinen Kaiserbiographien. Die nie ganz fertig gestellte Palastanlage wurde nach Neros Ermordung von den Nachfolgekaisern vernachlässigt. Kaiser Trajan schließlich errichtete auf diesem Gelände seine Thermenanlagen.

Im Mittelalter geriet die Lage der Domus Aurea vollkommen in Vergessenheit. Erst im 15. Jahrhundert wurden die unterirdischen Räume wieder entdeckt. Die damals noch vorzüglich erhaltenen Wandmalereien beeinflussten nachhaltig die Malerei der Renaissance. Erst seit diesem Jahr (1999) sind die Räume der Domus Aurea wieder für die Öffentlichkeit zugänglich…


Katakomben

Die Katakomben waren keine Zufluchtsstätten für die Christen in Zeiten der Verfolgung. Vielmehr hatte sich schon in vorchristlicher Zeit der Brauch entwickelt, aus Platz- und Kostengründen unterirdische Gemeinschaftsgrabanlagen einzurichten. Gerade das christliche Verbot der Feuerbestattung erhöhte den Platzbedarf gewaltig. Deshalb wurden die zunächst kleineren Katakomben zu komplizierten Systemen meist enger unterirdischer Gänge erweitert, die oft mehrere Kilometer lang sind. Auch Kulträume wurden in den weichen Stein gehauen als Stätten des Gedenkens und des Gebetes für die Toten.


Mittwoch, 20. Oktober 1999

Wunschprogramm

Angebote werden in Rom bekannt gegeben.


Vatikanpalast

Vatikanpalast

Im Mittelalter wohnten die Päpste im Lateranpalast. Bei St. Peter hatten sie bloß eine einfache Absteige aus dem 6. Jh., die allerdings im Laufe der Zeit etwas ausgebaut wurde. 1308 brannte der Lateranpalast nieder; nach seiner Rückkehr aus Avignon ließ der Papst sich deshalb im Vatikan nieder (1378). Die heutigen Anlagen wurden vor allem im 15. und 16. Jh. ausgebaut. Heute zählt der Vatikanpalast etwa 1400 Räume; ein nicht geringer Teil davon ist reserviert für Bibliothek, Kunstsammlungen und Museen.


Basilica di S. Pietro (Peterskirche)

1506–1626 unter der Leitung von Bramante, Raffael, Michelangelo, Bernini und anderen im Grundriss eines lateinischen Kreuzes erbaut.

Technische Daten
Fläche 15 000 m2
Länge 211.50 m
Breite 137.50 m
Höhe 136.50 m
Durchmesser Kuppel 42 m
Kurz nach dem Haupteingang ist im Mittelschiff eine Porphyrplatte in den Fußboden eingelassen, auf der Karl der Große Weihnachten 800 die Kaiserkrone empfangen haben soll.

Pietà In der ersten Kapelle des rechten Seitenschiffs wartet die weltberühmte "Pietà" von Michelangelo auf ihre Bewunderer. Sie wurde 1499/1500 vom damals 25-jährigen Künstler geschaffen und ist das einzige Werk, das er signiert hat (auf dem Band über der Brust von Maria). Maria schaut voll Trauer auf ihren toten Sohn und fordert mit ihrer linken Hand den Betrachter zum Mitleid (pietà) auf. 1972 wurde die Pietà von einem Attentäter beschädigt – seither steht sie hinter Panzerglas.

Die Petrusstatue am letzten Pfeiler rechts des Mittelschiffs stammt wahrscheinlich aus dem 13. Jh. Der rechte Fuß ist blankgerieben durch die Berührungen und Küsse der Gläubigen.

Im Zentrum über dem Papstaltar erhebt sich der 29 m (!) hohe Baldachin, der von Bernini in den Jahren 1624 bis 1633 geschaffen worden ist. Für seine Herstellung wurden die bronzenen Deckenbalken der Vorhalle des Pantheons und dessen übriger Bronzeschmuck eingeschmolzen.


Donnerstag, 21. Oktober 1999

Piazza Navona, Fontana dei Fiumi, S. Agnese in Agone

Piazza Navona Der Platz zeigt noch den Grundriss des antiken Stadions. Drei Springbrunnen schmücken ihn: die Fontana del Moro, die Fontana del Nettuno, vor allem aber die Fontana dei Fiumi ("Vierströmebrunnen") von Gian Lorenzo Bernini (1647–51). Er gestaltete eine Wasserlandschaft. In der Mitte erhebt sich auf Felsen ein Obelisk, das ägyptische Lichtsymbol, das im Barock zum "lumen Christi" (für Nichtlateiner: "Licht Christi") umgedeutet und als Zeichen päpstlicher Macht benutzt worden ist. Dargestellt sind die Personifikationen von Nil, Ganges, Donau und Rio de la Plata.

An der westlichen Längsseite des Platzes befand sich seit dem 8. Jh. eine Gedenkstätte für die Märtyrerin Agnes, die im Stadion des Domitian nackt dem Volk vorgeführt und verbrannt werden sollte. Durch ein Wunder wuchsen ihr lange Haare, und das Feuer wich zurück. Agnes wurde schließlich enthauptet. Eine kleine Gedenk-Basilika an dieser Stelle musste im 17. Jh. einem Neubau weichen, der von Francesco Borromini vollendet wurde: S. Agnese in Agone.


S. Ignazio di Loyola

S. Ignazio Die dem Gründer des Jesuitenordens geweihte Kirche wurde 1626–1650 erbaut. Zusammen mit den beiden gegenüberliegenden Wohnhäusern bildet die Fassade der Kirche einen Platz, der wie ein barocker Bühnenprospekt aussieht.

Das Deckenfresko im Innern ist ein Höhepunkt barocker Illusionsmalerei. Es stammt vom Jesuiten Andrea Pozzo. Durch die perspektivische Architekturmalerei werden die Grenzen zwischen der Realität des Gebäudes und der christlichen Vorstellungswelt aufgehoben. Das Fresko stellt die missionarische Tätigkeit der Jesuiten im Zeitalter der Gegenreformation dar. Im Zentrum ist Christus, der Herr des Lichts; Ignatius ist der Vermittler des Lichts für die damals bekannten vier Erdteile.

Illusionistische Scheinarchitektur auf Leinwand ersetzt auch den ursprünglich vorgesehenen Kuppelbau in der Vierung.


S. Maria sopra Minerva

Elefant von Bernini Schon im 8. Jh. wurde über den Ruinen eines Minerva-Tempels (Name!) eine christliche Kirche errichtet. Die Dominikaner ersetzten diese 1280 durch einen gotischen Neubau, der vor allem im 15. und 17. Jh. stark umgestaltet wurde. Die Kapellen unterschiedlichster Stilformen im Innenraum bezeugen dies. Neben einer Reihe von Grabmonumenten (z. B. für Fra Angelico, den bedeutendsten Maler der italienischen Frührenaissance) ist vor allem die Carafa-Kapelle mit den Malereien Filippo Lippis von Bedeutung.

Die Skulptur des Elefanten vor der Kirche wurde von Gian Lorenzo Bernini entworfen. Man sagt, die Dominikaner hätten Bernini durch Eingriffe in seine Planungen so sehr verärgert, dass der den Elefanten schließlich mit dem Hinterteil zum Generalat des Dominikanerordens hin aufgestellt habe.


Pantheon

Pantheon Das Pantheon wurde als Tempel für alle Götter (wahrscheinlich nur für die sieben Planetengötter) im Jahr 27 v. Chr. von M. Vipsanius Agrippa gestiftet (Widmungsinschrift auf dem Architrav der Fassade). Der heutige Bau ist nach einem Brand unter Kaiser Hadrian entstanden und gehört architekturgeschichtlich zu den epochemachenden Bauwerken des Abendlandes.

Erstmals wurde das künstlerische Gewicht eines Gebäudes ganz auf den Innenraum verlagert, und die ideal gestaltete Kuppel (Höhe der Wand = Höhe der Kuppel) beschäftigte noch für Jahrhunderte die Baumeister und Architekturtheoretiker.

Die Kuppel
Technische Daten
Kuppelhöhe 43.20 m
Kuppeldurchmesser 43.20 m
Kuppelöffung 9.00 m
Mauerstärke 6.20 m
wurde über einem Holzgerüst teils aus Ziegeln gemauert, teils in einer Art Beton gegossen.


Dass das Pantheon so gut erhalten ist, verdankt es (wieder einmal) dem Umstand, dass es schon früh in eine christliche Kirche umgewandelt worden ist. Allerdings blieb es dennoch von Plünderungen nicht verschont. So wurden die bronzenen Deckenbalken der Vorhalle und der übrige Bronzeschmuck für den Prunkbaldachin im Petersdom und für Kanonen auf der Engelsburg verwendet.


Fontana di Trevi

Fontana di Trevi

Der Trevibrunnen wurde 1732–1751 errichtet. Er ist der Abschluss der Acqua Vergine, die auf eine Wasserleitung des Agrippa aus dem Jahr 19 v. Chr. zurückgeht.

In einer Nische der rückwärtigen Wand erscheint Okeanos, der Gott der Weltmeere.

Der Brunnen wurde weltberühmt durch den Brauch der Rombesucher, eine Münze mit der rechten Hand rückwärts über die linke Schulter zu werfen. Diese Geste soll ihnen die Wiederkehr nach Rom sichern. (Bei Adolf Hitler nützte allerdings auch dies nichts!)

Berühmt ist der Brunnen zudem wegen einer Szene aus Fellinis Film "Otto e mezzo".


Immacolata Concezione

Immacolata Concezione In der Unterkirche befindet sich eine einzigartige Kapuzinergruft. Sie soll das Werk eines Kapuzinerpaters sein, der am Ende des 18. Jh.s aus Frankreich verbannt worden war. In einem 40 m langen Gang mit sechs Räumen ruhen die Überreste von ungefähr 4000 Kapuzinern, die in den Jahren 1525-1870 in Rom gestorben sind. In der Grabkapelle liegt Fürst Matteo Orsini, der auf seinen Wunsch hin mit dem Kapuzinerhabit begraben wurde. Links ruht das Herz der Fürstin Maria Peretti, einer Nichte des Papstes Sixtus VI., einer großen Wohltäterin des Kapuzinerklosters. Die hölzernen Kreuze, die sich auf den Grabstätten erheben, und natürlich die Überreste der Verstorbenen mahnen die Besucher an die Flüchtigkeit der Zeit und die Wichtigkeit der Ewigkeit.


Freitag, 22. Oktober 1999

Vatikanische Museen mit Sixtinischer Kapelle

Neben verschiedenen Spezialsammlungen (z. B. ägyptische und etruskische Kunst) beherbergt der Vatikan die größte Antikensammlung der ganzen Welt, z. B.: Laokoon-Gruppe
  • Zeus von Otricoli
  • Aphrodite von Knidos
  • Laokoon (siehe Bild rechts)
  • Apoll von Belvedere
  • Hl. Hieronymus (Leonardo da Vinci)
  • Madonna di Foligno (Raffael)
  • Verklärung (Raffael)
  • Kreuzabnahme (Caravaggio)
  • Stanzen Raffaels, u. a. Die Schule von Athen
Jüngstes Gericht Die Sixtinische Kapelle wurde 1473 von Giovanni de Dolci unter Sixtus IV. errichtet. Botticelli, Pinturicchio, Ghirlandaio und andere Maler schmückten die Wände mit Fresken aus. Im Jahre 1508 beauftragte Papst Julius II. Michelangelo mit der Bemalung der Decke. 1512 waren die Deckenfresken vollendet. Erst 1533 begann Michelangelo mit dem "Jüngsten Gericht".

Das Fresko stieß schon vor seiner Enthüllung auf Kritik, die sich vor allem gegen die zahlreichen nackten Figuren richtete. Schließlich ließ man die obszönen Figuren von Daniele di Volterra teilweise übermalen. Dieser erhielt daraufhin den Namen "Hosenmaler".

Lu/03.10.1999/Esf

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